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Int. Schweizer Meisterschaft, Brissago 30.Mai - 2.Juni

Mit Badehose in den Hängegurten

Eine rekordverdächtiges Feld mit 45 Booten aus 4 Nationen segelte in Brissago um die Schweizer Meisterschaft.
Für einmal stimmte alles zusammen. Die ersten richtigen Sommertage im Tessin brachten den erhofften Thermikwind aus dem Süden,von den Einheimischen Inverna genannt. Bald schon richteten die SeglerInnen die Uhr nach dessen regelmässigem Aufkommen und kämpften in den ausgeschriebenen acht Wettfahrten um die Ränge. Nach einem ominösen (und bald vergessenen) Lauf am ersten Tag wurden an zwei Nachmittagen gleich sieben Regatten gefahren. Unmittelbar vor Brissago sahen die Zuschauer packende Rennen bei 2-3 Windstärken. Schwierig für die Regatteure, bei fast immer gleich stehender Luvtonne, die Seiten zu wählen. Erwartungsgemäss dominierten die deutschen Teams und machten die ersten 3 Plätze unter sich aus. Europameister Dirk und Heide Bogumil erlaubten sich nach vier 1. und drei 2. als Führende in der letzten Regatta, an der Luvtonne gleich Richtung Hafen weiterzufahren. Sie ermöglichten damit einen Laufsieg für Schaschl/Gilhofer, die hinter dem 62-jährigen Herbert Renner zweitbeste Oesterreichische Mannschaft. Bestes Schweizer Boot waren die Gebrüder Nicolas und Pascal Maire, die mit konstanten Platzierungen unter den ersten Zehn auf den vierten Rang vorrückten. Vize-Europameister Bredt/Geilenkothen war mit dem zweiten Schlussrang die Revanche gegen Bogumil/Bogumil noch nicht geglückt.
Rundum zufriedene Gemüter in müden Körpern konnten so am Samstagabend einer feierlichen Rangverkündigung beiwohnen und am "freien" Sonntag den Heimweg antreten oder noch den einen oder anderen kleinen Ausflug einplanen. Das Tessin empfiehlt sich in jedem Fall als Ort für Schweizermeisterschaften und mit einer Prise Italianita fanden auch alle Boote einen Platz auf den Uferpromenaden des Lago Maggiore. Wer nicht gleich bei 5-6 Beaufort am Gardasee racen will, kann dies ein bischen gediegener in der Badehose am Langensee tun: auch dort klemmt man dann und wann die Füsse unter die Hängegurte.
Das Glitzern der Sonne auf dem Wasser, den warmen Wind am Gesicht und Körper waren das eine, die umsichtige und (ebenso) meisterliche Organisation des Basler Segelclubs unter OK-Präsident Peter Schmidle und eine perfekte Wettfahrtleitung Felix Hurters das andere. Den Piraten könnte es nicht besser gehen: gleichzeitig wurde bekannt, dass die nächste EM in der Türkei stattfindet. Wer weiss, vielleicht wird der Pirat irgendwann doch noch olympisch.