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Int. Schweizermeisterschaft Pirat St. Moritz 5. – 8. August 2004-08-08

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Wiener Sacher-Torte stärker als Baselbieter Kirsch.
 

Um es vorweg zu nehmen, die Schweizer Piratensegler wurden von ihren österreichischen Freunden mit einer beeindruckenden Serie von Laufsiegen geschlagen. Obwohl die Schweizer Favoriten Nicolas Maire und Pascal Maire aus dem Baselland mit je zwei Laufsiegen, zwei zweiten und zwei dritten Plätzen glänzten, stahlen ihnen die starken und souverän segelnden Kollegen Walter Schaschl und Andreas Gilhofer vom Wiener Yachtclub die Show. Sie gewannen von den acht Läufen deren vier und mussten zur letzten Regatta schon gar nicht mehr antreten, was zwar nicht ganz sportlich war.

Doch nun zu den einzelnen Tagesergebnissen. Der erste Regattatag begann mit einem Paukenschlag in Form von Wind mit Stärke 4-5 Bf und zum Teil heftigen Böen. Die Folge war, dass ein Viertel der Boote kenterte und der gut organisierte Rettungsdienst alle Hände voll zu tun hatte, um die Segler aus dem kalten Wasser (14°C) zu retten. In der Folge trieben einige Boote herrenlos auf dem See herum. Erst beim dritten Lauf wurde der Wind etwas schwächer und folgedessen die Abstände der Spitzensegler auf das Feld etwas geringer. So konnten die Maire-Brüder eine Laufsieg buchen und die Österreicher mussten auch noch ein anderes Boot aus der Maire-Familie, nämlich Martin Maire vorbeiziehen lassen. Nach drei Läufen war der erste Tag abgeschlossen, sehr zur Zufriedenheit der Segler, welche doch zu Beginn der Meisterschaft etwas stark gefordert wurden, zumal die Höhe von 1800 m.ü.M vielen zu schaffen machte.

Am Freitag hat sich die Wettersituation verschlechtert und der Wind wollte gar nicht so, wie die Wettfahrtleitung unter der Führung von Kurt Gunziger vom SCStM wollte. „No Wind- no Race today” war am Abend die Bilanz und so vertröstete man sich auf den Samstag.

Am Samstagmorgen sah es aber gar nicht nach Regatta aus, denn die Wolken hingen nur knapp über dem See von St. Moritz. Doch gegen Mittag setzte Südwind ein, was ein sofortiges Auslaufen zum Start bewirkte. Der vierte Lauf endete wieder mit einem österreichischen Laufsieg, wie gehabt, doch diesmal vor Martin Maire/Eliane Widmer und den beiden anderen Maire-Brüdern. Die Eltern, Felix und Eva erwischten eine Black-Flag-Strafe und mussten somit aussetzen. Es folgten zwei Schwachwindläufe mit 1-2 Bf, was den weniger geübten Piratensegler die Chance gab, auch einmal etwas vorne dabei zu sein. So schnappten sich die beiden jungen Seglerinnen Bettina May und Barbara Fleisch in der sechsten Regatta den Laufsieg, was am Ziel von den vielen Zuschauern am Land mit grossem Beifall gebührend gefeiert wurde.
Nach drei gesegelten Regatten schlief der Wind ein, schlimmer noch, es begann zu regnen und ein leichter Nordwind setzte ein. Die Regattaleitung entschied sich trotzdem, auf dem Wasser zu bleiben, was sich in der Folge als richtig erwies. Nach einer knappen Stunde setzte erneut der Südwind ein und frischte bis 4 Bf auf. So konnte noch zur siebten Wettfahrt gestartet werden. Diese gewannen Martin Maire und Eliane Widmer vor Martin Maire und Pascal Maire und den beiden Wienern, Schaschl/Gilhofer. Diese rechneten sich schnell aus, dass sie nicht mehrt überholt werden können und fuhren getrost an Land, um das Boot auszuwassern. Der bei der achten Wettfahrt ersegelte Sieg der beiden Maire’s änderte an der Spitze nichts mehr am Resultat. Die Mannschaft Rainer/Rainer fuhr auf den zweiten Platz und der Klassenpräsident Stefan Vögeli, welcher mit seiner Frau Esther zusammen segelt, fuhr auf den dritten Platz.

Nach acht Regatten lagen die ersten zwei Boote nur gerade einen Punkt auseinander, was die gute, konstante Leistung der jungen Mannschaft Maire/Maire aufwertete.

Auszug aus der Rangliste:

1. AUT 2 Walter Schaschl/Andreas Gilhofer, WYC 13 Punkte
2. SUI 516 Nicolas Maire/Pascal Maire, BSC 14 Punkte
3. SUI 518 Martin Maire/Eliane Widmer BSC 18 Punkte
4. SUI 529 Daniel Rainer/Marlene Rainer SYH 36 Punkte
5. SUI 526 Bettina May/Barbara Fleisch ScaP 50 Punkte