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Rheinregatta 2012, 25.-26. Augst

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5 Tage vor der Regatta sehe ich mir auf der Piratenseite die Anmeldungen an. Mit Schrecken finde ich nur 12, bei genauerem Hinsehen sogar nur 11, denn einer hat sich gleich 2 Mal eingetragen. So eine schwache Beteiligung hatten wir in Kaiseraugst schon lange nicht mehr, das kann doch nicht sein. Moderne Telekommunikation macht vieles möglich, aber auch nicht von alleine. Drum danke ich Andrea, Fabian, und Allen, die sonst noch fleissig gemailt und telefoniert haben, so dass schliesslich doch 16 Boote am Start waren. Dank auch an Dieter Wiggli, der sich im letzten Moment bereit erklärte, die Wettfahrtleitung zu übernehmen und so ermöglichte, dass alle BSC Piraten mitsegeln konnten.

Am Samstag war das Wetter wesentlich besser als prognostiziert, mässig bewölkt, hin und wieder auch sonnig, der Wind allerdings extrem unregelmässig, sowohl bezüglich Richtung wie Stärke, vorwiegend aber kräftig ungefähr aus Westen, also gegen den Strom, so dass kurz nach 17 Uhr vier Läufe am Trockenen waren.

Der Holzpirat Z442, früher bekannt als Inverna von Ruedi Stork, später von Niggi Meyer auf Hutzlibatz umgetauft, war in Hochform nach einer von Valeria und Pascal perfekt ausgeführten Renovation, die eine Beschichtung des Unterwasserschiffs mit Glasgewebe mit Epoxi, ein superschnelles Antifouling und ein wunderschönes Blau für aussen herum umfasste. Im ersten Lauf segelte der Hutzlibatz allen davon auf den ersten Platz. Möglicherweise hat das nicht nur mit dem schnellen Antifouling zu tun, vielleicht hatte er auch von seinen Revierkenntnissen profitiert, denn er segelt doch schon seit fast 40 Jahren auf dem Stausee. 
Im 2. Lauf waren es wieder Einheimische, die zuvorderst sind. Im 3. Lauf dann kamen die ersten Insider aber erst auf dem dritten Platz. Martin und sein Vorschoter haben unterwegs ein Bad genommen, Valeria und Pascal haben eine Runde ausgesetzt um den zweitjüngsten BSCler zu füttern und zu wickeln. Stefan Fels und Timo Naef aber hatten den Rhythmus und rechten Weg gefunden und begannen ihre Serie von 1. Plätzen. Im letzten Lauf des Tages kamen ihnen allerdings die Gebrüder Fleisch noch ein Mal zuvor.  Leider gab es etliche Ausfälle. Die ruppigen Bedingungen forderten ihre Opfer.

Dem vom den fleissigen Helferinnen des BSC angerichteten Spaghettiessen wurde gut zugesprochen und nach dem schon fast zur Tradition gewordenen Coupe Danmark-Dessert
gab`s noch ein wenig Barbetrieb und gemütliches Zusammensitzen. Leider verabschiedete sich der Barkeeper schon eine Stunde vor Mitternacht. Vielleicht auch gut so,  der Abend billiger und das Erwachen frischer.

Am Sonntag blies der Wind immer noch heftig bis sehr heftig, aber viel konstanter. Dazu kam noch strahlende Sonne, also wirklich ideale Bedingungen. Um 9Uhr 30 ein kurzes Skippermeeting. Alle Teilnehmer waren damit einverstanden, statt der ausgeschriebenen 6 Läufe deren 8 zu segeln. In Rekordzeit war das auch geschehen. Stephan Fels und Timo Naef gewannen nur noch.  17 Minuten für einen vollen A-Kurs, der vom Säglerhuus rheinabwärts bis auf Höhe der Ergolzmündung und dann rheinaufwärts bis fast zur Kiesverladestelle und wieder zum Säglerhuus führt, dürften ein Allzeitrekord sein und entsprechen etwa 9 Knoten über Grund. 9 Knoten tönt nach Seemannsgarn, hat doch der Pirat mit 5 Metern Länge eine maximale Rumpfgeschwindigkeit von etwa 5,4 Knoten. ( Rumpfgeschwindigkeit in Knoten ist annäherungsweise Quadratwurzel aus Länge in Metern mal 2.43) In Kaiseraugst waren wir aber deutlich schneller, weil uns rheinabwärts auf Amwindkurs die Strömung wacker mithalf und rheinaufwärts hat `s platt vor dem Wind locker zum Gleiten gereicht und das geht eben schneller als Rumpfgeschwindigkeit, nämlich Wurzel aus Länge mal Spassfaktor und der war bei dieser Regatta wirklich gross.
Die Schlussrangliste zeigte Stefan und Timo als klare Sieger, Andreas und Fabian auf dem wohlverdienten zweiten Platz und ich verdanke es Norbert, diesem ausgezeichneten Vorschötler, dass ich diesen Bericht schreiben darf. Normalerweise entziehe ich mich dieser Ehre, indem ich mich weiter hinten aufhalte. Auf dem 4. Platz folgt das erste Damenteam, Barbara und Eliane, die den kräftigen Wind offensichtlich auch genossen haben. Auch das noch jüngere Damenteam, Flurina und Sarah, hat sich übrigens trotz dem Nachteil des geringen Gewichts ausgezeichnet  gehalten.  
Zum Schluss bleibt nur noch, allen Helfern vom Basler Segel Club, die zu diesem gelungenen Anlass beigetragen haben, zu danken.