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Jubiläums-Schweizermeisterschaft 2013 vor Ascona 29.5.-2.6.2013

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Die Piraten wurden im Tessin über Fronleichnam von einer weitgehend trockenen Frühlingswitterung empfangen. Die allgemeine Lage versprach an allen Tagen Nordwind – teils mit deftiger Stärke. Aber es wurde alles anders ausser, dass wieder einmal der Norden gehörig gewaschen wurde – teils mit Überschwemmungen und Murgängen.

Die Piraten wurden auf der Liegewiese am Lido Ascona aufgereiht. Nebst 18 Schweizerbooten (just das Quorum) waren 3 Schiffe aus Österreich und 2 aus Deutschland angereist. Die Vermessung war erfrischend einfach verlaufen, indem lediglich die Segel zu stempeln waren.  Erstmals konnte man diverse Lösungen zur nun erlaubten Fockfalltalje ausmachen. Am Sandstrand gab es einen improvisierten Slip mit zwei Gummibahnen, der allerdings nicht bis ins tiefgründige, sandige Vorfeld reichte und keine Bahn für das Bugrad umfasste. Eine zweite Installation und ein Steg hätten gut getan.

Die Wettfahrtleitung liess am Donnerstag erst die Winde stabiler werden, bevor am Nachmittag eine erste Wettfahrt vor Locarno / Vira mit etwas Nordwind zustande kam.  Ein weiterer Start führte schlussendlich zu einer ‚Spikreuz‘, die abgebrochen wurde.  Am Abend traf man sich im malerischen Ascona.

Der Freitag war reserviert für die grandios drehenden Winde und es wurde gar nie ausgelaufen. Bei der Pasta Party kam niemand zu kurz, ausser dass die Tessiner-Sonne nicht in Strömen fliessen konnte, denn die Preise des Merlots waren prohibitiv. Beim gemütlichen Zusammensitzen durfte man jedoch nicht vergessen, dass für Samstag gar kein Skipper-Meeting sondern ‚first warning signal at 08°°‘ (auf dem Wasser!) angesagt war. 

Am frühen Morgen herrschte endlich der versprochene heftige Nordföhn – leider nur wirklich zum Auslaufen. Trotzdem konnte ein Lauf vor Locarno / Vira mit Nordwind mehrheitlich aus dem Valle Verzasca ausgetragen werden. Nach einem zweiten Start gab es bald auch Wind aus dem Valle Maggia und damit Spinnaker zur Luvboje sowie das konsequente Abbruchsignal. Die Südthermik begann mit dem Nordwind zu spielen und die Piraten warteten geduldig an Land.

Erst Mitte Nachmittag versammelten wir uns bei Thermik vor Ascona und zwei Läufe kamen bei leicht drehenden Winden zustande. Tückisch waren vor allem die Windschübe vom Monte Verità bzw. aus dem Valle Maggia, die dann in Form von achterlichen Hämmern einen weiteren Lauf auf der ersten Kreuz abbrechen liessen. Dafür gab es Gleitphasen zurück zum Liegeplatz.  In aussichtsreicher Lage beginnend (4. und 7.) musste ‚oocchio nero‘ mit ausgerissenem Spifall an Land und schaffte es wegen launig-schwachen Lüften  ums Delta nicht rechtzeitig, um zum 4. Lauf anzutreten – gleich zwei  DNS waren die Quittung.

Am Ende des Tages war mit bisher  vier gültigen Läufen zumindest die SM gesichert; Das Frühaufstehen war keinesfalls umsonst. Die Sailor‘s Party wurde mit einem feinen Buffet im Lido gegeben.

Am Sonntag scheiterte am Skippermeeting ein Antrag auf ein vorgezogenes ‚latest warning signal‘ trotz magerer Windaussicht an der erforderlichen Einstimmigkeit.  Gegen Mittag wurde vor Locarno / Vira mit unregelmässigem Nordwind  erneut gestartet aber auf der zweiten Kreuz war Feierabend mit Wind und Lauf.  Danach beobachten wir vom Land aus wartend die Venti aller Richtungen.

Nach vier Läufen (ein Streicher)  hat der Wiederholungstäter Stephan Fels diesmal zusammen mit Salome Pfister die Nase vorn mit zwei Laufsiegen und einem dritten Platz. Den zweiten Rang belegen Matthias Reiter & Manuela Reiter (AUT) mit lediglich einem Punkt Rückstand. Auf dem dritten Rang folgen  Nicolas Maire & Pascal Maire.   

Spezialpreise – je ein schöner Gutschein von Compass über CHF 200 – wurden verliehen für:

  • das beste Damenboot an      Flurina Schneider & Sarah Braun
  • das älteste Boot an               Köbi Schiltknecht & Markus Richina
  • das jüngste Boot an              Samuel Ulrich & Franziska Ulrich

Dass die Autorenpflicht der SM an zwei Vertreter der Vorschoter-Gilde ging, freut den Schreibenden natürlich. Zu verdanken ist das vermutlich dem schnellen Schiff, das Felix leider nicht selbst steuern konnte, dem routinierten Vorschoter sowie meiner Vergangenheit auf dem ‚five-o-five‘.  

Diese Serie geht wohl als ‚Putschi‘-SM in die Annalen ein, da es ab und zu rumste und einige Stellen provisorisch abgeklebt wurden.  Auch der Schreibende traf – ausgerechnet das Schiff der eigenen Junioren. Den grössten Chlapf gab es allerdings an Land, als das Rad von ‚Koroni‘ barst – Sonnenenergie hatte Wirkung gezeigt. 

Der Wettfahrtleitung darf man ein Kränzchen winden, denn bei den schwierigen Verhältnissen hat sie das Maximum herausgeholt, ohne dass die Piraten auf dem Wasser allzu lange warten mussten.

Beim Zurück ins nördliche Nasskalt gab es noch Stau auf allen Routen, denn die Umfahrung von Locarno und die Magadinoebene (bei flotten 28°C !) waren schon die ersten Hürden, die noch vor den Alpen zu nehmen waren.  

Trotzdem war es eine schöne Meisterschaft und das Tessin war eine Reise wert.

Dani / SUI 528 ‚chaotic‘