Hallwilersee 2015

 

Die letzten paar Jahre habe ich den Hallwilersee so in Erinnerung, dass wir nach dem Auftakeln erstmal ganz viel Zeit zum Picknicken haben, weil die Sonne scheint und es keinen Wind hat. Dieses Jahr wird nicht ganz so viel Sonne prognostiziert, aber auch nicht viel Wind.

Trotzdem bin ich zeitig da, auch weil ich gemütlich fahre um nicht wieder eine Busse zu bekommen. Da stehen immer viele Blitzkästen um den Hallwilersee, mit denen ich leider schon Bekannschaft gemacht habe.

Ich melde uns im Regattahäuschen an und Hansruedi teilt mir mit, dass das Nachtessen für Silas gratis ist (für alle Kinder und Jugendlichen!!!!). Ich frage nach ob er sich sicher ist, denn für Silas müsste man eigentlich das Doppelte bezahlen bei seinem Heisshunger.

Kurz später taucht Georg auf und steht ohne Schiff und Vorschoter da. Kurzerhand organisieren wir beides. So darf Silas seine erste Piratenregatta als Vorschoter von Georg bestreiten. Er ist überglücklich.

Nach dem Skippermeeting laufen wir direkt aus und es kommt richtig Wind auf. Ich kann mich nicht erinnern auf dem Hallwilersee am Samstag schon mal vier Läufe gesegelt zu haben und dazu noch bei ordentlichem Wind. Einzig Flurina und Valerie mussten noch mehr hängen als wir.

Den Wind würde ich als abwechslungsreich bezeichnen, was mir dann doch noch einiges an Konzentration abforderte. So waren wir alle ziemich müde als wir nach dem Auswassern am Znacht sassen.

Die Küchen-Crew unter der Leitung von Hansruedi hat uns wie jedes Jahr ein feines Znacht und am nächsten Morgen noch Frühstück serviert. Merci vielmal!

Am Sonntag werden die Crews teilweise neu gemischt. Silas darf, wie schon lange versprochen, mit Dani Rainer segeln. Zum Schluss haben wir die 16 Schiffe beieinander. Ein bisschen Wind kommt auf und wir laufen aus. Bei stark drehenden Schwachwinden segeln wir noch drei Läufe. Beim letzten bekomme ich die totale Krise weil ich ab solchen Drehern immer irgendwann verzweifle. Ich versuche meine Lieblings-Schwester und Vorschoterin zu überzeugen, dass ich unfähig bin und keine Ahnung vom Segeln habe, und dass sie doch bitte das Steuern übernehmen soll, weil sie es nur besser als ich machen könne. Alles flehen, betteln, motzen und drohen nützt nichts, darum segeln wir doch mit mir am Steuer ins Ziel. Nach einem Schluck lauwarmen Rum geht’s mir wieder ein bisschen besser.

Und als ich dann in das überglückliche strahlende Gesicht meines 10jährigen Neffen blicke, der 2 Tage segeln durfte fühl auch ich mich wieder gut. Das einzige Mal als er an diesem Wochenende nicht strahlt, ist als er sich bewusst wird, dass er an der nächsten Regatta ein Unihockey-Spiel hat und er deshalb nicht Segeln kann...

SUI 532, Barbara Widmer