Stürmische Première in Steckborn am 6./ 7. Mai 2017

 

Zum ersten Mal fuhren wir nach Steckborn am Untersee, das ich von meinen frühen Jahren in Kreuzlingen noch in bester Erinnerung hatte. Weniger erfreulich war die Wetterprognose, die nach Föhnende viel nassen Wind versprach ( und recht behielt ). Irgendwie war ich doch recht angespannt, wie der unbekannte Club und die Regatta sein würden.

Zum Hafen: das ganze Hafengelände ist neu gestaltet. Landwärts des Uferweges befindet sich ein grosses Gebäude, das gegen den See zu Wohnungen und auf der andern Seite einen Migros und ein Velogeschäft aufweist. See- und Parkhotel Feldbach, das Phönixtheater, Fitnessstudio und Mehrzweckhalle runden die Parklandschaft ab. Im Hafen gibt es eine lange, breite und leider recht steile Rampe ohne seitliche Stege, aber die bekamen wir schnell und gut in den Griff. Der Platz für die Boote auf dem sehr gut gefüllten Jollenplatz war aber doch recht eng.

Der Club: Der Yachtclub Schaffhausen kann im Sockel des grossen Gebäudes einen Clubraum und in der Garage grosszügigen Stauraum benutzen. Der Clubraum ist jedoch für eine Regatta für Piraten, Tempest und Laser zu klein, so dass am Ufer ein Festzelt aufgestellt wurde, so dass wir von Anfang an wussten, dass wir nach der Regatta nicht schwitzen würden. Die Leute gaben sich wirklich alle Mühe, die Wettfahrtleitung arbeitete zügig und sicher ( einzig der Wettfahrtleiter hatte in der Kleiderwahl gründlich danebengegriffen; bis zum Abendessen gab er in Shorts und T-Shirt den harten Hund, am Schluss doch eher schlotternd ). Das Nachtessen ( Bami Goreng ) war sehr gut und reichlich, es blieb einiges übrig und die Preise für die Medaillenränge originell ( Süssmost und Ostschweizer Fondue ).

Insgesamt ein sehr sympathischer und freundlicher Club.

Die Wettfahrten: Der erste Lauf wurde noch bei Ostwind gestartet; wir wurden jedoch schon vorher gewarnt, dass der Wind zügig auf West drehen könnte. Jedenfalls fuhren wir los und realisierten bald, dass der Club lange Läufe aussteckt. Leider musste ich erleben, wie der Wind völlig einschlief und mein grosser Vorsprung nicht in der Rangliste auftauchte. Nach einigem Warten wurden wir zum Hafen zurückgeschleppt, es hiess Auswassern üben. Dann drehte der Wind wie erwartet auf West und frischte recht auf ( der Regen auch ), der lange Kurs und die vorgerückte Stunde liess nur noch einen Lauf zu. Die Wettfahrtleitung tröstete uns damit, dass wir am Sonntag stärkeren Wind und 4 Läufe erwarten dürften. Pech für mich dass beim Grosssegelbergen der Fallvorläufer aus dem Spleiss rutschte und ich statt Nachtessen im strömenden Regen eine gemütliche Bastelstunde einlegen musste. Wie schon erwähnt gab es jedoch genügend Essen, so dass ich das Bami doch noch geniessen konnte. Wie üblich blieben die Piraten am längsten zusammen unter dem Zeltdach, aber bald einmal nicht nur im sondern auch auf dem Trockenen, der Club überliess uns das Lichterlöschen. Nach dem kalten und langen Tag gingen wir ungewohnt früh schlafen.

Der Sonntag brachte wie angesagt Schaumkronen und teils Regen, der jedoch deutlich weniger stark war als das Spritzwasser. Es wurden wirklich 4 Läufe durchgezogen mit recht kurzen Pausen zwischen den Läufen. So kam es zu einem Abnützungskampf um die folgenden Plätze, denn die Verhältnisse waren auf Andreas und Fabian Fleisch zugeschnitten, die ihre Vorliebe für Starkwindregatten in Perfektion mit 5 ( ! ) ersten Plätzen sehr deutlich zeigten, ganz herzliche Gratulation. Die Tempest machten ihrem Namen keine Ehre, beim letzten Lauf überlebten nur noch 2 Boote, der Rest hatte menschlichen oder materiellen Schaden. Die Piraten kamen ohne grössere Probleme über die Runden, nur 3 Boote blieben wegen Müdigkeit dem letzten Lauf fern. Die Anstrengung spürte ich noch einige Tage, dieses Jahr gab es kein sanftes Einsegeln.

Schade, dass nur 9 Boote an den Start gingen, doch anscheinend haben wir einen guten Eindruck hinterlassen, der Yachtclub Schaffhausen möchte uns nächstes Jahr wieder begrüssen. Zum Schluss danke ich dem Club und allen die gekommen sind, ich bin sicher sie werden die Regatta nicht so schnell vergessen.

SUI 533, Epaminondas