Herbstregatten vom 8./9. September am Walensee und 15./16. am Hallwilersee

Gegensätzlicher können Regatten fast nicht mehr sein. Am 8. September trafen sich leider nur 8 Piraten in Unterterzen bei schönstem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen. Hochdrucklage! Manch einer hatte noch die Regatta vom Vorjahr in Erinnerung: in den Tagen zuvor massiver Regen, Kälteeinbruch, Schnee auf den Churfirsten, Wasserfälle und Treibholz auf dem See. Jetzt erst einmal warten, die Thermik baue sich auf. Die Regattaleitung versuchte eine erste Startlinie zu legen, aber der Wind wollte nicht bis Unterterzen. Also Schlepp während einer halben Stunde bis Betlis am Westende des Walensees, wo rasch eine stramme Thermik aufkam. Bei zwar drehendem, böigen aber doch andauernder Thermik konnten drei teils recht anstrengende Läufe gesegelt werden, teils mit längeren Gleitstrecken, wenn auch nicht für alle. Dreher und Löcher sorgten für einige überraschende Plazierungen. Nach getaner Arbeit segelten wir 45 Minuten unter Spi wieder Richtung Unterterzen, für manche der längste Spigang aller Zeiten. Da die Thermik unterdessen den ganzen See überzog, fiel der Spi nie ein, ein unvergessliches Erlebnis. Beim anschliessenden Spaghettiessen wurde über Löcher, Windstärken, unterschiedliche Pechstränen, Kenterungen und die Rangliste diskutiert.
Am nächsten Morgen erneut strahlendes Wetter, die Wettfahrtleitung wusste dass auf die Thermik gewartet werden musste. So verstrich der Morgen bei Kaffe, Diskussionen und Jassen. Gegen Mittag auslaufen, Schlepps bilden und gegen Westen, der Thermik entgegen. Die schien sich am Vortag ausgetobt zu haben, kämpfte schlapp gegen den schwachen Ostwind. Trotzdem wurde ein Lauf gestartet, der geriet allerdings zu einer harten Geduldsprobe. Kurz bevor die führenden zwei Boote nach der ersten Schlaufe die Leeboje erreichten, blieben sie stehen und wurden dann vom weit zurückliegenden Feld überrollt, was quasi einem Neustart gleichkam. Für 2 zuviel der Anspannung, sie kehrten vorzeitig um. Der Lauf war zum Vergessen und taugte nur dazu, dass ein Streicher zustande kam. Die anschliessende Rückkehr nach Unterterzen wurde zur Strapaze, da die Thermik nicht durchzog und es gefühlt endlos ging, bis die Motorboote uns anhängten. So konnten wir erst ungewohnt spät die Heimkehr antreten, in guter Erinnerung vor allem der Samstag mit Kaiserwetter und die Gastfreundschaft des Segelclub oberer Walensee.


Am Wochenende darauf grundsätzlich gleiches Szenario: schönes stabiles Herbstwetter, eitel Sonnenschein am Hallwilersee, aber infolge der Lage im Mittelland keine Thermik. Am Samstag ein mehr oder weniger verzweifelter Versuch einer Regatta, bei Stillstand abgebrochen, Baden, Jassen, Nachtessen, am Sonntag minimaler Windhauch, da mal 5 Meter, dort mal 10, nichts regattafähiges. Der kompetente und entschlussfreudige Regattaleiter strich frühzeitig die Fahnen und entliess uns ohne Resultat nach Hause.
Trotzdem danken wir dem Segelclub Hallwilersee für die Gastfreundschaft.


SUI 533