Bernina Cup in Steckborn vom 29./30. Juni 2019

Nach einem Jahr Pause stand wieder eine Regatta auf dem schönen Untersee an; dieses Mal zusammen mit den Starbooten. Das der Untersee sehr häufig tolle Segelverhältnisse bietet, ist uns Piraten aus zahlreichen Segellagern längstens bekannt – ob das aber auch Ende Juni bei sonnigem und heissem Wetter so sein würde?

Lediglich sieben Piraten fanden am Samstag den Weg nach Steckborn. Da die angekündigte Bise zum Zeitpunkt des Skippermeeting noch etwas löchrig und schwach war, wurde erstmal AP gehisst. Allzu lange war diese dann doch nicht oben, und wir liefen in Richtung Glarisegg aus. Es kam dann zu einem von allen Piraten verschlafenen Start und einem sich ewig anfühlenden Lauf bei sehr leichten Verhältnissen. (Mir kam es vor, als würde ich mich auf dem Luzerner-Seebecken bei Oberwind von den Motorbootwellen durchschütteln lassen.) Der Bise war jedenfalls die Puste ausgegangen und so verbrachten wir den Rest des Tages beim Baden oder irgendwo am Schatten, bevor wir dann vom YCS köstlich und vor allem auch reichlich verköstigt wurden.

Für den Sonntag versprach Windfinder Westwind mit 3-4 Bft und das bei 33 °C. Ich konnte mir das nicht so recht vorstellen und war dann auch nicht überrascht, als auf dem See wiederum eine leichte und löchrige Bise wehte. Ob sich die lange Anreise von Andreas (der nur für den Sonntag angereist war) auszahlen würde, war also in Frage zu stellen, da wiederum erstmal AP gehisst wurde. Nach einem kurzen Nickerchen oder einer Runde Kartenspiel hiess es dann wieder Auslaufen.

Die Bise reichte aber gerademal aus um ins Regattagebiet vorzustossen, danach war Schluss. Wir mussten aber nicht viel Geduld aufbringen, bis vor Mammern die ersten Yachten mit richtig Krängung beobachtet werden konnten: der angekündigte Westwind war eingetroffen. Und so konnten noch drei schöne (und lange) Läufe bei guten 3 Bft. gesegelt werden. Barbara und Eliane schienen sich auf dem Untersee richtig wohlzufühlen und gewannen alle vier gesegelten Läufe – Gratulation! Den zweiten Rang belegten Tim und Mariella, punktgleich mit den Schreibenden.

Der Untersee hat sich einmal mehr als tolles Segelrevier erwiesen und verdient meiner Meinung nach einen festen Platz in unserem Regattakalender.

SUI 530

Fabian Fleisch und Simon Boos

Klassenmeisterschaft der Piraten vom 8.6. bis 10.6.2019

Opus in 3 Sätzen mit Ouverture

Ouverture:

Eigentlich wäre es ja die ideale Gelegenheit, 3 freie Tage zu segeln. Sonst müsste man ja irgendwie Freitage eingeben, Ferien opfern oder schwänzen. Trotzdem kamen nur 8 Piraten an den Alpnachersee ( die Österreicher hatten an ihrer Staatsmeisterschaft auch nicht mehr eigene Boote am Traunsee ); natürlich waren es beinahe alle die ehrgeizigsten. Die Wetterprognose war übertrieben optimistisch, der Pfingststau um Luzern mühsam. Und das Finden des Regattageländes infolge der talzerschneidenden Strasse auch nicht sehr einfach. Dafür war der Empfang sehr herzlich, die Standplätze nach Klasse getrennt, Slipwagen- markierung nach Klasse und Segelnummer bereit und die berühmte Thermik bei strahlend blauem Himmel einladend.

Erster Satz: Allegro assai

Sofort nach der Begrüssung und den notwendigen Infos hiess es auslaufen. Wind gegen Rampe ( die extra angelegt wurde ) bei sehr hohem Wasserstand. Erste Überraschung: eine Landcrew sorgte für Abtransport und nach der Regatta für das Bereitstellen der Slipwagen, sehr komfortabel und enorm zeitsparend und durchaus nachahmenswert. 3 Volle Läufe und ein etwas überraschend abgekürzter 4. Lauf bei einigermassen konstantem Wind zwischen 1-3 Bf sorgten für eine spannende Ausgangslage für die kommenden Tage. Der 4. Lauf bedarf etwas genauerer Betrachtung: Der Kurs endete normalerweise nach der Leetonne mit einem kurzen Anlieger ins Ziel. Daher war die Innenposition an der Leetonne eminent wichtig. 530 und 532 lagen insgesamt in Führung, kämpften aber im besagten 4. Lauf mit 529, der punktemässig deutlich zurücklag, um den Laufsieg. Dies führte zu einem epischen Luvkampf, so dass 529 fröhlich davonsegelte und 533 davon profitierte, dass die beiden anderen zu spät realisierten, dass das Ziel an die Leetonne vorverlegt wurde und so noch haarscharf abgefangen wurden. Die Diskussionen am Abend waren vorgeplant, wurden aber dennoch von den Jasskarten beruhigt. Der Spagettiabend war gemütlich und der Kontakt zwischen den Klassen wurde gepflegt.

Insgesamt ein wunderschöner Segeltag bei Kaiserwetter, beeindruckender Kulisse und einer ausgezeichneten Organisation.

Zweiter Satz: Andante flautosa

Weiss nicht ob das sprachlich korrekt ist. Die Rangliste nach 4 Läufen war sehr spannend, das Wetter weniger. Statt Sonnenschein Nieselregen, beim Skippermeeting optimistisch stimmende Thermik, aber nachdem die ersten Boote gewassert waren: Flaute. Also war abwarten und damit erneutes Jassen angesagt. Nach einigen Runden doch auslaufen, Startversuche, abgeschossene Läufe, ein Lauf einigermassen anständig im Ziel, weitere Versuche. Am späten Nachmittag dann ein Lauf bei stark drehendem und löcherigen Wind, man konnte in kurzer Zeit viele Plätze gewinnen und ebenso rasch verlieren. 533 war kurz vor der letzten Luvtonne deutlich in Führung, wurde jedoch von einem Windloch gestoppt und plötzlich kam 523 angerauscht. Da der Zieleinlauf kurzfristig an die Luftonne verlegt wurde kam es zu einem für uns neuen Ereignis: die Zielcrew konnte nicht entscheiden welches Boot vorne lag, absolut gleichzeitiger Zieleinlauf und damit: ein geteilter Laufssieg, gibt reglementskonform 1,5 Punkte pro Boot. Ich habe meine erste Rangliste mit Kommastellen erlebt!

Am Abend dann nach gemütlichem Beisammensein erneutes ausgiebiges Fachsimpeln, Diskutieren, Klönschnacken und Spielen, die körperliche Herausforderung war ja nicht so gross wie teilweise der Spannungsfaktor.

Dritter Satz: Largo con piove

Wetterprogose: rasche Verschlechterung, dann Gewitter. Was heisst Verschlechterung? Bedeckter feuchter Himmel, ganz am Morgen etwas Wind, rasch einschlafend. Die Wettfahrtleitung musste etwas unternehmen, also auslaufen, Startversuche und warten im Regen. Ergotherapeutische Versuche zur Stimmungsaufhellung, so zum Beispiel die Aktion, ein Boot mit Vorschotern und Paddeln auszustatten und damit weitere 5 Boote im Schlepp über die geplante Ziellinie zu ziehen. Applaus vom Zielboot und warme Hände waren der Lohn. Sonst? Kein lauf mehr möglich, das Donnergrollen überzeugte die Wettfahrtleitung abzubrechen und zum Clubgelände zu schleppen. Wie waren wir froh um die Landcrew, die uns die Hänger brachte! Boote einpacken im strömendem Regen, dann die Rang-

verkündigung zum Glück unter Dach. Dass die schönen Preise des Wassersportclubs Obwalden mit unseren eigenen speziell für die Klassenmeisterschaft gespendeten ergänzt wurden rundete ein trotz schwierigem Wetter rundum gelungenes, hervorragend organisiertes Wochenende ab. Den Organisatoren, der kompetenten und entschlussfreudigen Wettfahrtleitung sowie den Sponsoren danke ich herzlich, ich komme gerne wieder an den schönen Alpnachersee.

SUI 533, Dani Rainer

Regattabericht, SCaP 4. / 5. Mai 2019


Am Samstag reisten wir- mehr oder weniger motiviert- nach Auslikon.
Mit viel Neopren, Merino, Faserpelz und co im Gepäck, nahmen wir dann die Regatta in Angriff
mit 8 Piraten und 2 Yardstickbooten.
Nach einem Hagelschauer und schönen Schaumkrönchen liefen wir bei abflauendem Wind aus und
konnten einen schönen, kalten Lauf bei ca 2 Bf. wechelhaften Westwind segeln.
Nach dem Apero zum Geburtstag vom Regattachef Hanspi Fleisch, wurden wir von Jacqueline mit
einem leckeren Chili con carne und einem himmlischen Dessertbuffet bewirtet!
Im Zelt, das von den Mitgliedern vom SCaP für uns aufgestellt worden war, genossen wir den
Abend, auch wenn, wegen zu hoher Luftfeuchtigkeit, kein Licht gemacht werden konnte.

Am Sonntag lag Schnee auf den umliegenden Hügeln und alle zogen sich noch etwas wärmer an.
Bei 1-3 Bf. Bise segelten wir 3 wunderbare und abwechslungsreiche Läufe in Regen, Graupel,
Sonne und Schnee…
Das Regattafeld blieb meist so nahe beieinander, dass es bis zum Schluss sehr spannend blieb.

Wir gratulieren Jan und Fabian zum Sieg und bedanken uns bei der Regattaleitung, dem
Küchenteam und allen Helfern des SCaP für einen tollen und gelungenen Saisonauftakt.

SUI 532